Holz – eines der heißesten Investment-Themen für ETF-Anleger

Das Handwerk aber auch Privatleute klagen über stetig steigende Holzkosten. Was steckt hinter den explodierenden Preisen für Holz? Und mit welchem ETF können Sie daran partizipieren?

 „So etwas hat es noch nie gegeben“, klagt der Holzgroßhändler Kai Voges. Seit 1862 ist das Familienunternehmen aus Hameln nunmehr in der Holzbranche tätig. Eine solche Holzknappheit habe er noch nicht erlebt und hätte er sich auch vor ein paar Monaten in dieser Form nicht vorstellen können. Doch welche Gründe stecken hinter dem Holzmangel?

„Die Trockenheit der letzten Jahre hat den Wäldern so stark zugesetzt, dass zum Teil schon eine regelrechte Zellveränderung stattgefunden hat. Das Waldsterben setzt sich fort und der Borkenkäfer erledigt den Rest“, schildert Voges.

Das Problem ist zum Teil menschengemacht. Beispielsweise wurde im Harz der ursprüngliche Mischwald gerodet, um nach den Weltkriegen schnell wachsendes Nadelgehölz für die Bau- und Holzwirtschaft anpflanzen zu können. Gerade die Monokulturen machen es dem Borkenkäfer leicht sich zu vermehren.

Somit kommt derzeit weniger vernünftige Qualität aus den deutschen Wäldern, die als Baustoff genutzt werden kann. Dies ist aber kein rein deutsches Problem, sondern die meisten zentral- und nordeuropäischen Länder kämpfen damit.

Der Bausektor

Auf der anderen Seite läuft es derzeit im Bausektor sehr gut. Immer mehr Menschen verwirklichen sich den Traum vom Eigenheim. Aber auch Großprojekte werden weiter realisiert. So werden auf dem ehemaligen Flughafen Tegel in Berlin derzeit 5.000 Wohneinheiten gebaut. Das „Schumacher-Quartier“ soll möglichst klimaneutral erbaut werden, sodass gerade Holz als Baustoff gefragt ist.

„Der Holzbau gewinnt immer mehr Marktanteile. Vor ein paar Jahren wurde noch überwiegend massiv gebaut, heutzutage werden selbst kleinere Hochhäuser aus Holzelementen erstellt“, so Voges.

Aber auch Privatleute greifen immer häufiger zu Holz für Projekte am eigenen Haus. Gerade in der Corona-Krise haben sich die Menschen neue Hobbies gesucht und fingen wieder an mit Holz zu arbeiten.

Die weltweite Nachfrage nach Holz

Besonders die USA benötigen derzeit eine hohe Menge an Holz, um ihre Bauprojekte voranzutreiben. Grundsätzlich importierten sie hohe Holzmengen aus dem benachbarten Kanada. Doch auch Kanada leidet derzeit stark unter dem Waldsterben. Hier ist derzeit zumeist der Bergkiefernkäfer dafür verantwortlich, dass die Wälder gerodet werden müssen.

Die hohe Nachfrage aus den USA, der fehlende Nachschub aus den kanadischen Wäldern und die unsicheren Lieferungen aus den Sägewerken aufgrund der Pandemie haben die Preise explodieren lassen. Die USA müssen somit schauen, aus welchen Ländern sie das Holz importieren können. Oft fällt hier der Blick nach Europa.

Im ersten Halbjahr 2020 stieg der Holzexport in die USA gegenüber dem Vorjahr allein in Deutschland um 55,4 Prozent auf mehr als 940.000 Kubikmeter. Doch nicht nur die USA ordern immer mehr Holz aus Europa. Auch in China ist europäisches Holz begehrt. „Die Chinesen importieren derzeit auch das Schadholz aus den deutschen Wäldern. So wird das Holz auch hierzulande immer knapper“, so Voges. Viele Holzhändler fordern bereits vehement Exportverbote.

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Die Situation im Handel

„Jeder Preis wird derzeit bezahlt. Die Handwerksunternehmen horten aus Angst vor der Preisschraube das Holz. Jeder bemüht sich Vorräte aufzubauen, sodass die Preise weiter steigen“, alarmiert Voges. „Wenn wir derzeit Holz ordern, haben wir Lieferzeiten von zwölf Wochen und der Preis wird uns erst zwei Wochen vor Lieferung mitgeteilt.“

Kostete eine durchschnittliche Dachlatte im letzten Jahr noch ca. 90 Cent brutto pro laufenden Meter für den Kunden, sind wir derzeit bei 2,30 Euro brutto. Eine Steigerung von 150 Prozent. „Wir erwarten, dass der laufende Meter für Dachlatten im Herbst sogar bis auf drei Euro brutto steigen kann“, prophezeit Voges.

Und ein Ende des Baubooms und des Exportwahnsinns ist kurzfristig nicht abzusehen. Zusätzlich möchte Russland ab 2022 ein Exportverbot für Rundholz in Kraft setzen. Dies wird die Nachfrage nach Holz auf dem Weltmarkt schüren.

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Der ETF hat seit der Corona-Krise kontinuierlich zugelegt und erreichte Mitte Mai 2021 eine Jahresperformance von knapp 100 %. Zudem schüttet der ETF seinen Anlegern eine Dividende von derzeit 1,31 Prozent jährlich aus.

Der ETF spiegelt derzeit die aktuelle Lage am Holzmarkt sehr gut wieder und zeigt den Preisanstieg am Markt sehr gut. Mittelfristig dürfte die Holzknappheit nicht zu beseitigen sein, sodass mit weiteren Preiserhöhungen gerechnet werden kann.

iShares Global Timber & Forestry UCITS ETF

WKN: A0M59G ISIN: IE00B27YCF74
Kurs 26,03 €
Kosten (TER) 0,65 %
Fondsvolumen 67 Mio. €
Indexabbildung Physisch
1 Monat -5,80 %
Lfd. Jahr +11,80 %
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Über den Autor:

Max Paprotny ist freier Mitarbeiter und schreibt auf extraETF.com Beiträge zum Thema Geldanlage. Der examinierte Jurist hat sich bereits während des Studiums in den Themen Wirtschaft und Finanzen weitergebildet und die Instagram-Finanzplattform Maxximieren gegründet.